MASSNAHMEN

Vernetzung
Seitdem das Projekt Frühe Förderung in Hombrechtikon an die MOJUGA übergeben wurde, wurde umgehend die Vernetzung mit den höchst motivierten Partnerinnen und Partnern aus den Bereichen Ärzteschaft (bilateral), Hebammen,Schulpsychologischer Beratungsdienst, Deutschkurs-Anbieter, Jugendberatung, Kirchen, Spielgruppen, Eltern-Kind-Turnen, Tagesfamilien-Vermittlung, Kitas, Mütter-/Väterberatung, Erziehungsberatung, Kinderkrippen, Interkulturelle Frauengruppe und Frauenverein vorangetrieben. Damit kann der Wissensaustausch zwischen all diesen Parteien, welche Bedarf bei der Frühen Förderung erkennen können, verstärkt werden und klare Ansprechpersonen definiert werden.
Zudem wird intensiv mit dem Kindergarten und der Schule Hombrechtikon bezüglich Bedürfnissen und Erkenntnissen zusammengearbeitet.

Zugang zur Zielgruppe
Die Zielgruppen sind sowohl ausländische, wie auch Schweizer Familien. Für den Zugang zu ihnen nutzt die Leiterin der Spielbaracke diverse Kanäle wie beispielsweise den 'Femmes-Tisch', ein nationales, in seiner Wirkung nachgewiesenes Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm, in dem Frauen über Gesundheit, Erziehung und Prävention sprechen. Im Rahmen des Spielbaracke-Angebots Café International trafen sich im März 2017 sieben arabisch sprechende Frauen zum Austausch. Dazu wird auch über die Jugendarbeit der MOJUGA in Hombrechtikon versucht, Zugang zu den Familien zu finden, indem das Angebot beispielsweise via das Spielmobil beim Quartier Grossacher beworben wird.
Per Sommer 2017 wurden diverse Schlüsselpersonen aus jenen Kulturkreisen gesucht und gefunden, welche für die Frühe Förderung in Hombrechtikon entscheidend sind: Je zwei Vertreter/innen werden sich um die portugiesische Einwohnergruppe, je zwei um die Farzi-Gruppe und je eine um die albanische und um die italienisch-deutschsprachige Gruppe kümmern. Diese Schlüsselpersonen, welche in einem zeit- und ressourcenaufwändigen Verfahren gefunden werden konnten, werden Familien ihres Kulturkreises im Sinne der Frühen Förderung begleiten. Deren Angebot haben beim Erstbrief der Gemeinde an Neuzuzüger und in der Schul-Kommunikation bereits Eingang gefunden

Arbeit mit der Zielgruppe
Details folgen.


SPIELBARACKE

Allgemein
'Das Eltern-Kind-Zentrum ist in den letzten Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Familienförderung geworden. Der Begegnungs- und Bildungsraum mit seinen vielfältigen Angeboten ist die Grundlage für die Frühe Förderung, die von einer Fachperson (Betriebsleiterin) koordiniert, gesichert und weiterentwickelt wird.' Basierend auf diesem Beschluss von 2014 der Gemeinde Hombrechtikon geschieht dies inhaltlich, wie auch räumlich. Die beauftragte Projektleiterin Nicola Schätzle ist gleichzeitig Leiterin der Spielbaracke und kann in diesen Funktionen beide Angebote bestmöglich miteinander verbinden. Sie ist mit ihrer Präsenz in der Spielbaracke sehr nahe an möglichen Familien der Zielgruppe und kann diese auf das Angebot aufmerksam machen.

Beispiele für frühe Förderung aus bestehenden Angeboten der Spielbaracke

  • Interkultureller Frauentreff: Durch das Zusammenkommen von Frauen aller Altersgruppen und Nationalitäten, werden insbesondere die Unterscheide in den verschiedenen Kulturkreisen augenfällig. Die Frauen können so auf die Bedürfnisse der Frühen Förderung in ihrer Heimatgemeinde aufmerksam gemacht werden.
  • Informationsveranstaltungen: Beispiel 'Deine Wut, meine Wut'. Kleine Kinder zeigen häufig Emotionen wie Wut und Frustration. Eine gewisse Nivelierung im Umgang damit ermöglicht der Frühen Förderung, dass Kinder beim Eintritt in den Kindergarten sozial verträglicher sind.
  • Kurse: Das Mittun bei der Organisation eines Räbeliechtli-Umzugs ermöglicht es ausländischen Familien, sich mit diesem helvetischen Kulturgut auseinanderzusetzen und sich dabei besser zu integrieren.
  • Das Gesamtangebot der Spielbaracke wurde bereits in diverse Sprachen übersetzt.


GEMEINDE

Konzept
Hombrechtikon erkannte schon früh, dass Investitionen in Frühe Förderung der Gemeinde langfristig soziale Kosten sparen würde. Ab 2013 wurde in Zusammenarbeit mit diversen involvierten Stellen ein Grobkonzept erarbeitet. Darin wurde konstatiert, dass in Hombrechtikon Kinder mit sehr unterschiedlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten in den Kindergarten kämen. Nicht alle Eltern seien in der Lage, ihre Kinder zu begleiten und zu fördern. Fehlende Sprachkompetenz oder mangelnde Bildungsnähe seien eine Gefahr für erfolgreiche Integrations- und Bildungslaufbahnen. Nach wie vor würde die soziale Herkunft weitgehend über den Bildungserfolg der Kinder entscheiden.

Freiwilligkeit
Die Frühe Förderung in Hombrechtikon setzt voll und ganz auf Freiwilligkeit. Alle involvierten Parteien sind sich einig, dass die Frühe Förderung nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Familien der Zielgruppe von sich aus den Nutzen des Angebots einsehen und verstehen.

Prozess

  • 2013: Gemeinderat erteilt einer Arbeitsgruppe den Auftrag, ein Konzept zur Frühen Förderung (FF) in Hombrechtikon zu erstellen.
  • April 2013: Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Verwaltung, Soziales, Schule und Ressort Jugend/Kinder nimmt die Arbeit auf.
  • Juli 2013: RADIX wird hinzugezogen. Diese gemeinnützige, privatrechtliche Stiftung ist ein nationales Kompetenzzentrum für die Entwicklung und Umsetzung von Massnahmen der öffentlichen Gesundheit. Die thematischen Schwerpunkte sind Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit, Sucht und Gewalt. Besondere Beachtung finden die Rechte und der Schutz von Kindern.
  • Herbst 2013: Analyse der Angebotslandschaft FF in Hombrechtikon (58 Akteure wurden angeschrieben, 26 füllten den Fragebogen aus).
  • Dezember 2013: Workshop mit 36 Akteuren zur Situationsanalyse 'Erreichbarkeit von Familien'.
  • März 2014: Fokusgruppengespräche mit einheimischen Eltern und Eltern aus Portugal und dem Balkan.
  • 2016: Erstes Ergebnis der Rechenschaftsbericht.
  • 2016: Zweites Ergebnis das Konzept Frühe Förderung (FF) in Hombrechtikon, auf dessen Basis seit 2017 gearbeitet wird.

Links zu weiterführenden Informationen zur frühen Förderung hier.